Ferienprogramm – Kinderreporter

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Ferienprogramm – Kinderreporter

Am 19. August 2019, Geschrieben von , In Allgemein,

 

Daheim beim Pfarrer

 

Der Reporter-Nachwuchs des Dietersburger Ferienprogramms besuchte Pfarrer Konrad Kuhn ganz privat zuhause und stellte ein paar Fragen über sein Leben in und außerhalb der Kirche. Organisiert vom Frauenbund Nöham überlegten sich die Kinder zusammen mit Gabi Kahler Fragen, die der Geistliche anschließend offen und geduldig beantwortete.

Max Stinglwagner interessierte die Ausbildungsdauer eines Priesters. Dies sind, begonnen mit dem Abitur, ein Jahr Vorbereitungszeit, fünf Jahre Studium der Theologie an der Uni, einem Jahr praktische Ausbildung zum Diakon, dann Priesterweihe. Anschließend arbeitet ein Pfarrer als Kaplan drei bis sechs Jahre als Hilfspfarrer, so, wie eine Gesellenzeit beim Handwerksberuf. Dann kommt die zweite Dienstprüfung und damit ist man „richtiger Pfarrer“, der eine eigene Pfarrei leiten kann.

1974 begann Pfarrer Kuhn mit der Volksschule in Ettringen. Ab der siebten Klasse besuchte der Schüler die Realschule Buchlohe. Die Postschule Augsburg folgte. Dann wechselte Kuhn zur BOS Scheyern, machte dort Abitur und schlug die Priesterlaufbahn ein. Matthias Wasmeier hatte es vermutet, den Wunsch Priester zu werden, gab es nicht schon immer.

„Welche Sprachen können Sie?“ wollte Alina Sommerstorfer wissen. „Deutsch und Englisch perfekt, Latein, Griechisch und Hebräisch ein wenig.“ Pfarrers Lieblingsfächer in der Schule? Geschichte und Physik. Sport und Religion? „ned so wirklich“. Spielt Herr Pfarrer Musikinstrumente? Er hat ein Jahr Flöte gelernt und ein paar Jahre Akkordeon.

Nils Gruber wollte wissen, ob man als Pfarrer für den Schulunterricht eine gesonderte Ausbildung braucht. Im Theologiestudium habe man das Fach Religionspädagogik, dort lernt man auch den praktischen Unterricht und schließt mit zwei Prüfungen ab. Sebastian Hofer interessierte es, wie oft ein Pfarrer täglich betet.“Drei bis vier Mal am Tag, je nachdem, wie es mir geht“, gestand Hochwürden. Dann holt er sein Brevier, das Stundengebetsbuch mit feinem, seidenem Papier, in Leder gebunden, hervor und erklärt, dass er besonders im Urlaub sich die Zeit dafür nehmen kann. Beim Herumreichen fallen Sterbebildchen heraus. „Das sind Menschen, die ich besonders gut kannte und für die ich bete“, erklärte Kuhn.

Alina, selber Ministrantin, wollte wissen, ob auch der Pfarrer als Kind ministrierte. „Ja“. Max, auch Ministrant, geht gern in die Kirche. Er mag den Kirchenraum und will wissen, ob es beim Pfarrer etwas gibt, was er besonders in der Kirche mag. Abgesehen vom Allerheiligsten, was ja kein Gegenstand ist, findet Pfarrer Kuhn die Orgel faszinierend.

Sebastian will wissen, wie oft der Pfarrer als Kind zur Kirche ging. „Jeden Sonntag mit der Familie und der halben Siedlung“, antwortete dieser.

Und was sind Ihre Hobbies? fragte Sebastian. „Es gibt’n Haufn Dinge, die ich persönlich gern mach“, überlegt der Pfarrer und zählt auf: „Filme schaun, lesen, basteln und an Autos rumschrauben, oder auch mal nichts tun.“ Dass der Pfarrer ein Motorrad besitzt, wussten alle, aber welche Lieblingsmarke hat er? „BMW“, kam ganz eindeutig aus seinem Munde. „Die längste Tour?“, fragte Alina. 600 Kilometer zum Plattensee mit Zelt und Campingausrüstung.

Ob so ein Pfarrer kochen kann? Kuhn kann’s. Er hat es in der Realschule im Fach Hauswirtschaft gelernt. Im Pfarrhaus wird nicht jeden Tag vom Chef gekocht. Und sein Lieblingsessen? „Schokolade“. Außer Tomaten, Oliven und Bohnensalat mag Herr Pfarrer alles.

Pfarrer Konrad Kuhn verlässt zum Jahresende die Pfarrei. „Was fehlt Ihnen dann am meisten?“, fragt Nils. „Menschen, die ich intensiv kennengelernt hab, die ich mag, die mich mögen, wo ich Teil der Familie gewesen bin“, erklärt der Pfarrer. Und deshalb fehle ihm auch keine eigene Familie. Und die Möbel hier? „Gehören alle mir, außer der Küche“, sagt Kuhn und zeigt die selbergeschreinerten Regale und das Kanapee, das von seinen Eltern aus der Küche stammt. „Gibt’s nen Fernseher?“ fragt Alina. Pfarrer Kuhn führt die Kinder ins Wohnzimmer, sogleich kommt Begeisterung auf: „Soo groß!“ Über dem TV Gerät befindet sich ein großes Bücherregal, schnell wird dort gekramt, Harry Potter und Tom Sawyer und Huckleberry Finn gefunden. Begeistert erzählt der Pfarrer von den Streichen, wie dem Lattenzaun und die Kinder sind sich einig: „das Buch muss gelesen werden“. Dann erzählt Kuhn noch, als er Kind war, so viel heimlich gelesen hatte, bis der Vater ihm die Lichtbirne raus drehte. Auch die kleine Ersatzlampe im Nachtkästchen habe Papa erwischt, weil er das Licht gesehen hatte im Zimmer.

Hätte die Zeit nicht schon gedrängt, wär der lustige Plausch mit Pfarrer Konrad Kuhn noch lange Zeit und über viele Themen weiter gegangen. Doch nun musste der Artikel für die PNP noch in fließender Form in den PC gebracht werden. Die Jungs waren sich schnell einig: „Alina schreibt!“

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